Studie: Menschen sind Kreativität gegenüber voreingenommen

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Einer amerikanischen Studie zufolge (pdf ansehen) pflegen Menschen Vorurteile gegenüber Kreativität und kreativen Ideen. Sie legt den Schluss nahe, dass nicht die Aufgeschlossenheit einer Gesellschaft ihre Entwicklung bedingt und zulässt, sondern der Grad der Verunsicherung.

In der Zusammenfassung der Studie heißt es:

People often reject creative ideas even when espousing creativity as a desired goal. To explain this paradox, we propose that people can hold a bias against creativity that is not necessarily overt, and which is activated when people experience a motivation to reduce uncertainty. In two studies, we measure and manipulate uncertainty using different methods including: discrete uncertainty feelings, and an uncertainty reduction prime. The results of both studies demonstrated a negative bias toward creativity (relative to practicality) when participants experienced uncertainty. Furthermore, the bias against creativity interfered with participants’ ability to recognize a creative idea. These results reveal a concealed barrier that creative actors may face as they attempt to gain acceptance for their novel ideas.

Deutsche Zusammenfassung des Abrisses: Obwohl Kreativität grundsätzlich erwünscht ist, lehnen viele Menschen kreative Ideen ab. Die Studie ergab ein negatives Vorurteil gegenüber Kreativität wenn sie mit Ungewissheit / Unsicherheit einherging. Ferner fiel es ihnen schwer eine kreative Idee überhaupt wahrzunehmen. Diese Ergebnisse offenbaren den Widerstand, auf den Kreative treffen, wenn sie um Akzeptanz für ihre neuen Ideen werben.

In einem Artikel auf Slate gibt ein Forscher der University of California-Berkeley Business School an, dass die meisten Menschen risikoscheu sind. Er bezeichnet sie als „Zufriedensteller“. Es gebe in der westlichen Kultur einen Konformitätsdruck, der dazu führt, dass jene Zufriedensteller Aufregung vermeiden, selbst wenn es bedeutet, die Wahrheit zu verleugnen oder eine gute Idee abzulehnen.

Ich werde mir diese Studie anschauen und nach einer Korrelation zwischen der Abneigung von Kreativität und die Schwierigkeiten, die Gesellschaften haben, Entwicklung und Veränderung zum Guten zuzulassen. Und schaut man sich die Studie genauer an, hat man eine leise Ahnung, wie es zum Entstehen von Religionen kommen konnte: Egal, wie aufgeschlossen Menschen sind, fühlen sie sich verunsichert, neigen sie dazu, Kreativität in einem negativen Licht zu sehen.

Our results show that regardless of how open minded people are, when they feel motivated to reduce uncertainty either because they have an immediate goal of reducing uncertainty, or feel uncertain generally, this may bring negative associations with creativity to mind which result in lower evaluations of a creative idea. Our findings imply a deep irony. Prior research shows that uncertainty spurs the search for and generation of creative ideas (Audia & Goncalo, 2007; Tiedens & Linton, 2001), yet our findings reveal that uncertainty also makes us less able to recognize creativity, perhaps when we need it most.

Artikelbild: Fey Ilyas via Compfight cc

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