3 Wahrheiten über Zeugen Jehovas (Quellenübersicht)

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Im Folgenden kannst du die Audiospur des Videos im Wortlaut nachlesen und die verwendeten Quellen überprüfen.

Drei Wahrheiten über die Zeugen Jehovas

1. Zeugen Jehovas sind überzeugt, den einzig wahren Glauben zu haben

Die Zeugen Jehovas stellen fest:

Die Vorstellung, Gott handle mit den Menschen nur durch eine einzige Religion, kommt heute manchen vielleicht extrem vor und geht ihnen gegen den Strich. Aber genau das ist die Schlussfolgerung, die die Bibel aufzeigt. (Quelle)

Darum regen sie an:

Jeder muss also selbst herausfinden, welches die wahre Religion ist. (Quelle)

Und die Zeugen Jehovas „sind überzeugt, die wahre Religion gefunden zu haben.“ In ihrer Broschüre Werde ein Freund Gottes sagen sie:

Jehovas Zeugen praktizieren heute auf der Erde die wahre Religion.

Das sehen ihre Mitglieder auch so. Einer Umfrage des renommierten PEW-Forums zufolge, gaben 80 Prozent der Zeugen Jehovas in den Vereinigten Staaten zu Protokoll:

Meine Religion ist der einzig wahre Glaube, der zu ewigem Leben führt. (PDF-Download)

Für die amerikanischen Sektenexperten von Cult News macht dieses Umfrageergebnis die Zeugen Jehovas zur intolerantesten religiösen Gruppierung der USA. In Europa verweigern sie sich ebenfalls konsequent einem interreligiösen Dialog:

Zwar begegne man Menschen aller Religionen mit Respekt, doch eine Ökumene oder einen interreligiösen Dialog wollen die Zeugen Jehovas nicht führen.

Die Mitgliedschaft oder Zusammenarbeit mit ökumenischen Organisationen wie dem Weltkirchenrat lehnen die Zeugen Jehovas aufgrund der großen Lehrunterschiede ab und beurteilen solche Bemühungen von ihrer Seite aus von vornherein als ergebnislos.

2. Frauen dürfen bei den Zeugen Jehovas keine Pfarrer sein!

Pfarrer im gängigen Sinne gibt es bei den Zeugen Jehovas nicht. Die Verantwortung in der Versammlung, der örtlichen Gemeinde der Zeugen Jehovas, übernimmt eine Gruppe von sogenannten Ältesten. Sie sind Verwalter der Versammlung und Seelsorger zugleich – und haben auf der Bühne den Lehrauftrag.

Auf der Homepage der Zeugen Jehovas heißt es über Frauen:

Zeuginnen Jehovas nehmen innerhalb der Versammlung (Gemeinde) zwar keine Führungsfunktion wahr, setzen sich aber beim Predigen in der Öffentlichkeit voll ein.

Frauen dürfen bei den Zeugen Jehovas also keine Führungsfunktion wahrnehmen. Der Wachtturm sagt:

Wer also Ehrfurcht vor Jehova hat, wird sich auch gern in die von ihm geschaffenen Autoritätsstrukturen einordnen — und das bedeutet: „Das Haupt einer Frau . . . ist der Mann“

Die Wachtturm-Gesellschaft orientiert sich dabei an den ersten Christen:

Bei regelrecht öffentlichen Zusammenkünften, wenn die „ganze Versammlung“ sowie „Ungläubige“ an einem Ort versammelt waren, sollten Frauen „schweigen“. Wenn sie etwas lernen wollten, konnten „sie zu Hause ihre eigenen Männer befragen, denn es ist schändlich für eine Frau, in einer Versammlung zu reden“.

Und auch im Buch Hütet die Herde Gottes, dem offiziellen Verhaltenskodex für Älteste, ist bei der Vergabe von Aufgaben nie von Frauen die Rede – nur von Glaubensbrüdern. Weibliche Zeugen Jehovas sind jedoch nicht ausschließlich stille Teilhaber. Wie die Männer dürfen sie am Predigtdienst teilnehmen. Pfarrer oder Älteste, wie es bei den Zeugen heißt, dürfen sie jedoch nicht werden. Und das finden alle Zeugen Jehovas völlig ok:

Es dient dem Frieden und ehrt beide Geschlechter, das zu tun, was Gott für sie vorgesehen hat. Zur Veranschaulichung: Will ein Fußgänger eine belebte Straße überqueren, müssen seine Augen und Ohren zusammenarbeiten. Und wenn Männer und Frauen die ihnen zugedachte Rolle übernehmen, segnet Gott die Gemeinde mit Frieden (1. Korinther 14:33; Philipper 4:9).

3. Zeugen Jehovas glauben nicht, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist.

Das ist korrekt. Weder hängt ein Kreuz im Königreichssaal, was ihrer sehr wörtlichen Bibelauslegung geschuldet ist, noch glauben sie, dass Christus am Kreuz starbDen Zeugen Jehovas zufolge wurde das Kreuz als christliches Symbol erst im 4. Jahrhundert durch den heidnisches Einfluss von Kaiser Konstantin eingeführt.

Stimmt das?

[Das Folgende ist eine Zusammenfassung des englischsprachigen Essays Did Jesus Die On A Cross Or A Stake von Paul Grundy. Die meisten Angaben entstammen diesem Beitrag. Für ausführliche Quellenangaben besuche bitte die englischsprachige Seite]

Nun, Konstantin war aus christlicher Sicht tatsächlich Heide. Jedoch wurde in christlichen Schriften noch zu Lebzeiten von Jesu‘ Apostel ein Kreuz erwähnt – nicht ein Pfahl. Im zweiten Jahrhundert beschrieb Justin der Märtyrer in seinen Texten ein Kreuz, genau wie Tertullian einige Jahre später.

Die widersprüchliche Argumentation der Zeugen Jehovas, Jesu Christi sei an einem Pfahl gestorben, liegt zum einen in einer sprachlichen Erbsenzählerei begründet, zum anderen in einer fragwürdigen Zitierpraxis.

So lässt die Wachtturm-Gesellschaft zum Beispiel im Buch Unterredungen anhand der Schriften entscheidende Passagen aus zitierten Quellen weg, die ärgerlicherweise die Kreuz-Theorie untermauern würden.

Unter anderem führen sie als Beleg zudem ein Zitat eines gewissen John Denham Parsons an, der aufgrund seiner Auseinandersetzung mit paranormalen Phänomenen und heidnischen Lehren einen zweifelhaften Ruf hatte – beides eigentlich absolute No-Gos für Zeugen Jehovas. Dass ausgerechnet ein Verfechter solcher – aus Zeugen-Sicht – Irrlehren als Beweis herhalten muss, und das in einer Diskussion um den heidnischen Ursprung einer Lehre, das nennt man wohl Ironie.

In einem weiteren Fall erweckt die Wachtturm-Gesellschaft den Eindruck, der Philologe Justus Lipsius habe nicht an das Kreuz geglaubt – was schlichtweg gelogen ist.

Die Behauptung, das christliche Kreuz sei heidnischen Ursprungs, entbehrt nicht nur deshalb jeder Grundlage. Historisch belegt ist, dass ein waagrecht an einem senkrechten Pfahl angebrachtes, längliches Holzstück zu der Zeit, als Jesus lebte, ein verbreitetes Folterwerkzeug der Römer war.

Viel schwerer wiegt jedoch der Umstand, dass ein länglicher Pfahl im Gegensatz zum christlichen Kreuz schon lange vor Jesus ein heidnisches Symbol darstellte – was man der Bibel selbst entnehmen kann, wie zum Beispiel 2. Chronika 14:3, dem 1. Buch der Könige 14:23 oder dem 2. Buch Mose 34:13:

Sondern ihre Altäre sollt ihr niederreißen, und ihre heiligen Säulen sollt ihr zerschlagen, und ihre heiligen Pfähle* sollt ihr umhauen.

Fun Fact: Der Wachtturm selbst ist ein sehr heidnisches Symbol – so findet man ihn beispielsweise auf dem Kopf der Artemis von Ephesus, um die ein regelrechter Kult entstand. Aber zurück zum Thema:

Warum also beharren Zeugen Jehovas auf dem Standpunkt, Jesus Christus sei an einem Pfahl, nicht an einem Kreuz gestorben, obwohl es für diese Meinung kaum belastbares Beweismaterial gibt?

Interessanterweise verbreitete die Wachtturm-Gesellschaft selber 50 Jahre lang die Kreuz-Lehre. Erst in den 30er Jahren nahm Judge Rutherford, damaliger Präsident der Wachtturm-Gesellschaft, die Pfahl-Theorie an. Er wollte die Lehre der Zeugen Jehovas von der der katholischen Kirche und der restlichen Christenheit stärker abgrenzen. Vermutlich ist die Motivation dahinter nie das Streben nach Wahrheit gewesen, sondern der Wunsch nach christlichem Individualismus.

ishatarinhadesFun Fact: Ein Pfahl als heidnisches Symbol findet man bereits bei den Sumerern. Ihre Göttin Inanna stieg hinab in die Unterwelt, wurde zum Tode verurteilt und starb – an einem Pfahl. Nach drei Tagen und drei Nächten wurde sie wiederauferweckt. Kommt einem die Geschichte eines göttlichen Wesens, dass von oben nach unten hinabsteigt, stirbt und nach drei Tagen von den Toten wiederaufersteht nicht seltsam bekannt vor?

Übrigens: Die Sumerer lebten im dritten Jahrtausend – vor Christus.

[Wenn du des Englischen mächtig bist, lies bitte den vollständigen Beitrag über die Zeugen Jehovas und das Kreuz von Paul Grundy.]

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