Böses Blut

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Als ich noch ein Kind war, noch nicht getauft, trug ich den Kinderausweis1 neben dem Milchgeld im Brustbeutel mit mir herum. Später, nach meiner Taufe, erhielt ich den Ausweis für Erwachsene. Eigentlich musste der noch notariell beglaubigt werden, das ging aber erst mit 18. Ich ließ mich mit 14 taufen. Im Erwachsenen-Ausweis stand viel mehr, die Botschaft beider Ausweise war allerdings identisch: Kein Blut. Wir nannten diese Karte den Blutausweis. So wie alle vorbildlichen Zeugen Jehovas trug ich ihn jedes Mal, wenn ich das Haus verließ. Ich kann nur für mich sprechen, aber für mich stellte er eine Art Talisman dar. Ohne ihn fühlte ich mich nackt. Man hatte mir schließlich suggeriert, meine Eintrittskarte ins Paradies verlöre ihre Gültigkeit, wenn ich Blut zu mir nähme. Egal wie.

Bei uns zu Hause gab es keine Blutwurst. Bei jedem Einkauf wurde darauf geachtet, dass das Fleisch kein Blut enthielt. Auf der Kirmes wurde keine Bratwurst gegessen, weil man nie wissen konnte, von welchem Fleischer sie war. Eine bestimmte Schokoladenmarke wurde boykottiert, weil irgendeine Glaubensschwester irgendwo gelesen hatte, dass Tierblut bei der Herstellung verwendet worden war.

1994 sollten mir die Mandeln entfernt werden. Eigentlich ein Routine-Eingriff, aber theoretisch hätte etwas schief gehen können. Dass bei einer Operation etwas „schief geht“, bedeutet bei Zeugen Jehovas in erster Linie, dass die Blutfrage tangiert wird. In unserer Stadt war kein Arzt bereit, meinen Eltern das Versprechen zu geben, bei Komplikationen auf Blut zu verzichten. Deshalb wurde ich in der Nachbarstadt operiert. Ich wusste, dass meine Eltern mich lieben. Ich wusste auch, dass sie mich sterben lassen würden, wenn es hart auf hart käme. Es gab keine Komplikationen, ich starb nicht.

Im selben Monat veröffentlichte die Wachtturm-Gesellschaft eine Ausgabe der Zeitschrift Erwachet!, auf deren Cover 26 lächelnde Kinder abgebildet waren. Titel der Ausgabe: „Jugendliche, die Gott den Vorrang geben“. Alle 26 abgebildeten Kinder waren tot. Gestorben, weil sie Gott den Vorrang gegeben und eine Bluttransfusion abgelehnt hatten3. Als würde die amerikanische Waffenlobby mit den toten Columbine-Kindern eine Imagekampagne betreiben.

An den Gesetzen und Grundsätzen der Bibel sieht man, was für ein weiser Gesetzgeber und liebender Vater Jehova ist und wie viel ihm daran liegt, dass es seinen Kindern gut geht (Psalm 19:7-11).

Bewahrt euch in Gottes Liebe, Seite 79

Versucht man die Logik hinter dem Standpunkt der Zeugen nachzuvollziehen, riskiert man einen Schlaganfall. In keinem der von der Wachtturm-Gesellschaft als Beleg angeführten Bibeltexte geht es um medizinische Eingriffe, es geht ausschließlich um die orale Zufuhr bluthaltiger Nahrung. Auch ein weiterer Bibeltext wird stolz zweckentfremdet, um zur Feststellung gelangen zu können, dass Blut in Gottes Augen für Leben steht, als beweise das irgendwas. Daraus schließen die Zeugen Jehovas auf ihrer offiziellen Homepage jw.org: „Wir haben also zwei Gründe dafür, dass wir Blut ablehnen: Gehorsam gegenüber Gott und Respekt vor ihm als Lebengeber.“

Zeugen Jehovas wollen nicht sterben. Sie wollen leben. Mein Vater war als Ältester Mitglied im Krankenhausverbindungskomitee. Das KVK wurde gegründet, um Zeugen Jehovas, die einer medizinischen Versorgung bedürfen, beizustehen. Und um aufzupassen, dass sie keine Bluttransfusion erhalten. Zur Not wachen Mitglieder des KVK 24 Stunden am Krankenbett, stellen sicher, dass die Patientenverfügung beachtet wird und reden den Medizinern in ihre Arbeit rein. Die Ältesten im KVK mussten rund um die Uhr erreichbar sein. Hin und wieder kam es vor, dass mein Vater mitten in der Nacht einen Anruf erhielt und in ein Krankenhaus gerufen wurde. Am folgenden Morgen ging er trotzdem zur Arbeit.

Ein Großteil des Auftrags des KVK besteht aber auch darin, die Forschung bezüglich Blutalternativen voranzutreiben. Dazu arbeitet das Komitee weltweit mit Medizinern zusammen. Tatsache ist: Die moderne Medizin verzichtet bei Routineeingriffen immer öfter auf Fremdblut. Niemand zweifelt daran, dass Fremdblut ein (überschaubares) Gesundheitsrisiko darstellt. Jehovas Zeugen sehen dies als Bestätigung dafür, dass sie im Recht sind und Gottes Segen haben. Mit Gottes Segen hat das nichts zu tun. Im 19. Jahrhundert wurde Kokain als Lokalanästhetikum eingesetzt. Zeugen Jehovas dürfen keine Drogen konsumieren. Es ist nicht Gottes Segen, dass Kokain aus der Anästhesie verschwunden ist. Man nennt das medizinischen Fortschritt.

Trotz allen Fortschritts: In Notfällen gibt es nach wie vor keine Alternative zu einer Bluttransfusion. Egal, wie die Zeugen Jehovas es drehen und wenden, Blut rettet in vielen Fällen Leben. Es ist eine Sache, den Wunsch zu äußern, aufgrund religiöser Gründe bei einem Routineeingriff nach Möglichkeit auf eine Bluttransfusion zu verzichten. Eine ganze andere ist es, als Ehepartner, als Vater, als Ältester einer Versammlung auf Ärzte einzuwirken und mit Blutausweisen und Patientenverfügungen herumzuwedeln, während der Ehepartner, das Kind, das Versammlungsmitglied auf dem OP-Tisch verblutet. Wenn eine Glaubensgemeinschaft Millionen investiert, um Beratung zu leisten und Behandlungsalternativen zu erforschen, kann man ihr schwerlich unterstellen, dass sie den Tod dem Leben vorzieht. Man kann ihr aber unterstellen, dass sie ihren Glauben und ihre Prinzipientreue über das Leben stellt.

Zu meiner Zeit wurde man wegen einer freiwilligen Bluttransfusion, die man nicht bereut, ausgeschlossen. Aus rechtlicher Sicht ist das mittlerweile schwierig. Die entsprechende Formulierung wurde im neuen ÄltestenbuchG angepasst: „Willigte jemand in eine Bluttransfusion ein, weil er eventuell unter großem Druck stand, ermittelt das Komitee den Tatbestand und versucht herauszufinden, wie der Betreffende eingestellt ist. (…) Stellt das Komitee jedoch fest, dass der Betreffende reuelos ist, lässt es bekannt geben, dass er die Gemeinschaft verlassen hat.“4 Man wird nicht mehr ausgeschlossen, man wird gegangen.

Dass die Wachtturm-Gesellschaft ihren Standpunkt in der Blutfrage ändern wird, ist letztlich nur eine Frage der Zeit. Bereits heute dürfen Zeugen Jehovas bestimmte Blutbestandteile verabreicht bekommen (aber nur hochgradig verdünnt und niemals Blut als Ganzes). In meiner Kindheit war das noch anders. Der Leitenden Körperschaft bleibt nichts anderes übrig, als sich anzupassen. Die Berichte von meuternden Interessengruppen innerhalb der Organisation, die die Blutfrage abschaffen wollen, mehren sich. Mit Ausschlussverfahren allein wird man diesem Problem nicht beikommen können. Letztendlich hat die Wachtturm-Gesellschaft in ihrer Trial-and-Error-Mentalität in medizinischen Fragen bislang immer eingelenkt.

In den 30er und 40er Jahren waren Zeugen Jehovas Impfungen untersagt, weil irgendwas mit Noah, Gott und die Flut. Dieses Verbot wurde in den 50ern aufgehoben. 1967 veröffentlichten die Zeugen Jehovas ein Verbot von Organtransplantationen als lebensrettende Maßnahme, weil die Transplantation einen Akt des Kannibalismus… Entschuldigung, ich konnte den Satz nicht mehr vollenden, mein Kopf war kurzzeitig geplatzt. Dieses Verbot wurde im Wachtturm vom 15. März 1980 aufgehoben5. Man möchte gar nicht wissen, wie viele treue Mitglieder der Zeugen Jehovas aufgrund dieser willkürlichen Glaubensexperimente unnötig sterben mussten. Sie sind Kollateralschäden des theologischen Blindekuh-Spiels ihrer Leitenden Körperschaft. Eine konservative Schätzung des amerikanischen Bloggers Marvin Shilmer6 geht von mindestens 50.000 Toten seit 1961 aus – allein durch das Verweigern einer Bluttransfusion. Das klingt so abstrakt. Betrachtet man das Titelbild des berüchtigten Mai 1994-Erwachets, bekommt das tragische Ausmaß der Blutfrage 26 Gesichter7.

Manchmal waren das Gesichter, die ich persönlich kannte. Als Ältester wurde mein Vater häufig in andere Versammlungen eingeladen, um Sonntags eine öffentliche Ansprache zu halten. In einer Versammlung beobachtete ich, wie einer der örtlichen Ältesten während der Ansprache meines Vaters eine Nachricht erhielt und hastig aufbrach. Nach der Zusammenkunft erfuhren wir, dass ein Glaubensbruder aus der Nachbarversammlung in einen schweren Unfall verwickelt worden war. Er, Vater von vier oder fünf Kindern, hatte schwerste Verletzungen davongetragen, die Ärzte wollten ihm Blut geben, das KVK hatte eingreifen müssen. Er erhielt keine Bluttransfusion und überlebte.

Einige Jahre später machte sich seine älteste Tochter nach einem Nachmittag im Predigtdienst auf den Nachhauseweg. Aus ungeklärten Gründen kam sie von der Straße ab und fuhr gegen einen Baum. Sie wurde schwerstverletzt geborgen. Ihre Familie und Älteste aus dem KVK begleiteten sie ins Krankenhaus und stellten sicher, dass ihre Gewissensentscheidung, kein Blut zu erhalten, respektiert wurde. Sie starb im Operationssaal.

Diese Geschichte hat keine Pointe.

ANHANG:

1) Abbildung des Kinderausweises (weiter im Text)

2) Abbildung des Erwachsenen-Ausweises (weiter im Text)

3) Zitat aus der Ausgabe: „In alter Zeit waren Tausende von Jugendlichen bereit zu sterben, weil sie Gott den Vorrang gegeben haben. Heute ist es nicht anders, nur spielt sich das Drama in Krankenhäusern und Gerichtssälen ab – es geht um Bluttransfusionen.“ Erwachet!, 22. Mai 1994, englische Ausgabe (weiter im Text)

4) vgl. Gebt Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, 1991, Seite 95; Hütet die Herde Gottes, 2010, Seite 111 (weiter im Text)

5) vgl. Das Goldene Zeitalter, 4. Februar 1931, Seite 293; Der Wachtturm, 15. November 1967, Seite 702 (weiter im Text)

6) „A newly published medical study offers opportunity to make a very conservative extrapolation of the number of Jehovah’s Witnesses who have suffered premature death abiding by Watchtower’s blood doctrine.“ (weiter im Text)

6) Anmerkung zu dem Erwachet!-Cover: Gesichert ist, dass die drei groß abgebildeten Jugendlichen an den Folgen einer verweigerten Bluttransfusion starben – ihre Geschichte wird im Magazin erzählt. Ob die im Hintergrund abgebildeten Kinder ebenfalls tot sind oder Stockmaterial entspringen ist mir unbekannt – ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Wachtturm-Gesellschaft mit dem Nutzen der Fotos implizieren möchte, dass sie heldenhaft an den Folgen einer verweigerten Bluttransfusion gestorben sind. So oder so ist das meiner Meinung nach moralisch mindestens fragwürdig. (weiter im Text)

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19 Gedanken zu “Böses Blut

  1. Sandra

    Ich hatte eine Medallion, innen drin ein Zettelchen, auf dem Adresse, TelNr, aber auch der Vermerk „Kein Blut“ stand. Ich habe das immer getragen, später (nach Abwendung von den ZJ) als ich allein im Urlaub war (mit neuem Zettelchen).
    Ich habe immer sehr mit der Blutfrage gerungen. Mein Vater hat eine über Blut übertragbare Krankheit gehabt und immer erzählt, er hätte sie durch eine Bluttransfusion bekommen. Letzten Endes war ich aber davon überzeugt, dass meine Eltern im Fall des Falles der Bluttransfusion zustimmen würden statt mir beim Sterben zuzukucken.
    Ein Aspekt, den du nicht erwähnst, ist der anerzogene Ekel vor Blut. Keine Blutwurst, keine Nudeln mit Sepia, nicht den Finger in Mund stecken, wenn du dich geschnitten hast. Blut ist unrein, Blut ist eklig. Komisch nur, dass beim Gedächtnismal das Blut Jesu (symbolisiert durch Wein) rumgereicht wird und die „Gesalbten“ davon trinken. Igittigitt.
    Worauf ich eigentlich hinaus wollte: Als Teenie war es ganz schlimm für mich, meine Tage zu bekommen. Nicht, dass das andere Mädels nicht sicherlich auch nicht so hot finden, aber bei mir hat das schon zu großer Abneigung gegen meinen Körper geführt, akribischer Handwäsche.
    Ich habe dann im alten Testament ein paar nette Stellen gefunden, die über Unreinheit bei Frauen sprechen, dass ihr Mann dann während der Periode und eine Woche im Anschluss nicht „ran“ darf. Mich hat das schockiert, dann ist man ja die Hälfte seines erwachsenen Lebens unrein und fast schon aussätzig. Und nur weil sie ihre Tage hat, darf ihr Mann sie nicht sehen? Meine Mutter sagte, „Damals haben viele Frauen so alte knorpelige Männer geheiratet und ständig Kinder gekriegt, die waren ganz froh, wenn sie ihre Ruhe hatten.“ Wohl war. Ich fand es trotzdem dreist, dass Gott die Frau schafft und dann ihr halbes Leben ausgrenzt. Das ist wohl auch so’n knorpeliger alter Sack.

  2. Nicole

    Ich bin froh dass Ärzte im Falle von Kindern heutzutage eigentlich immer das Jugendamt einschalten wenn die Eltern Blut verweigern. So konnte ein 5jähriges leukämiekrankes Mädchen gerettet werden. Die Eltern ließen sich für die Dauer der Behandlung das Sorgerecht entziehen und später wieder übertragen. Hätten sie sich geweigert, wäre ihnen das Sorgerecht dauerhaft entzogen worden. Eine befreundete Schwester starb an Lungenembolie, weil sie die Bestandteile des Lysemittels erst abklären wollte und sich der Thrombus vorher löste. Es ist traurig was Fanatismus bewirken kann:-(

  3. Tousjurs

    Ich hätte fast ein Rechtskomitee gehabt, weil jemand spitz bekommen hat das ich Plasma spenden war. Ich konnte nämlich nicht schriftlich nachweisen das dieses Plasma nicht für Transfusionen genommen wird, die Internetseite des Labors hat nicht ausgereicht obwohl da stand das dieses Plasma gar nicht für Transfusionen möglich ist sondern für Medikamente wie zum Beispiel EPO und andere Medis und zur Forschung genommen wird. Aber das war keine Garantie. Dabei ging es nur um Plasma, eswurden keine Blutkörperchen aber das klang alles wohl schon so böse.
    Der Kreisaufseher wollte im Bethel nachfragen, weil sich alle unsicher waren aber ich hab bis zu meinem Austritt keine Antwort bekommen. Ich ging trotzdem weiter, ich brauchte das Geld, weil ich bis dahin keinen vernünftigen Beruf erlernt hatte.
    Das traurige ist das man, wenn es das Gewissen zulässt, solche Medikamente nehmen darf, also sich schön bedienen und Vorteile abgreifen aber ja nichts zurückgeben darf.

  4. Torsten

    Ich bin ja immer wieder schockiert, wie viel ich aus meiner Zeugenzeit komplett verdrängt habe. Und ich bin schockiert, wie unterschiedlich man aus den verschiedenen Perspektiven heraus denkt. An diesen Erwachet konnte ich mich nämlich gleich wieder erinnern. Nur hatte ich damals großen Respekt vor den Kindern auf dem Cover. Wobei ich selbst als Kind oft dachte, das wäre das Beste was einem passieren kann: sterben, weil man die Bluttransfusion ablehnt. Denn dann kommt man ja mit einer einzigen Glaubensprüfung direkt ins Paradies und spart sich ein ganzes Leben voller Prüfungen. Heute tun mir diese Kinder unglaublich Leid. Und ich kann überhaupt nicht mehr nachvollziehen, wie man zu einer Glaubensgemeinschaft stehen kann, die stolz den Tod von 26 Kindern präsentiert…

  5. So sehr, wie diese Zeugen sich vor Blut fürchten, kann es einen schon wundern, warum die dann nicht alle Veganer sind. Fleisch ist grundsätzlich Träger des Blutes. Wenn man Blut auf keinen Fall in den Mund bekommen darf, warum dann ausgerechnet den Träger des Blutes als Nahrung deklarieren? Milch von Kühen aus der Industrie ist ebenfalls grundsätzlich mit Blut (und Eiter) konterminiert; es gibt EU-Richtlinien dafür, wie viel Blut und Eiter in einem Liter Milch enthalten sein dürfen. Dass das glibberige Zeug, das in Eiern drin ist, nichts anderes ist, als werdendes Blutplasma, dürfte ja wohl auch kein Geheimnis sein. Also laut der „Logik“ der ZJ sind Bluttransfusionen völlig undenkbarer Frevel, aber morgens zum Frühstück das Schinkenbrot, das Frühstücksei und das Glas Milch dazu sind völlig legitim. Bei soviel Heuchelei sprengt sich einem doch die Schnur vom Hut!

  6. ehhm…Ich dachte immer beim Abendmahl wird immer Blut getrunken, Auch wenn das nur symbolisch ist doch eigentlich ein Beweis das es ok ist…
    ..so oder so: Schokierend…

  7. Rabea

    „Es ist nicht Gottes Segen, dass Kokain aus der Anästhesie verschwunden ist. Man nennt das medizinischen Fortschritt.“ Wieder mal ein super Artikel von dir! Musste laut lachen, als ich den Satz oben gelesen habe, deine Schreibweise ist der Hammer und ich bewundere, dass du es schaffst, immer regelmäßig die Artikel zu veröffentlichen…Ich bin immer schon froh, wenn ich nen kleinen Kommentar verfassen kann, weil dadurch, dass man über die ZJ liest, so unheimlich viel wieder hochkommt…Wenn man dann dazu dann noch die Kommentare von anderen liest, die vieles sehr ähnlich erlebt haben und nun auch distanziert darüber schreiben können…Ersetzt quasi eine Therapie 😉 Wobei ich dafür eh keine Zeit hätte und auch nicht noch mehr meiner kostbaren Lebenszeit für diese Organisation verschwenden will…Da kommen einem deine Artikel gerade recht, um mal eben die Jugend mit knallharter Argumentation gegen den Zirkelschluss der ZJ und einem Augenzwinkern aufzuarbeiten. Dazu sind deine Quellenangaben immer hieb- und stichfest…Also DANKE nochmal für deine ‚geistig sehr wertvollen und ermunternden Artikel‘ (haha, das Vokabular aus der theokratischen Predigtdienstschule sitzt noch ;-)! Mach weiter so!

  8. Sparlock

    Oh Mann, wie ich diesen blöden Brustbeutel gehasst habe, sah immer total scheiße aus wie sich dieses Viereck unter Pullover oder T-Shirt abdrückte. Es reichte mir ja schon mich im Predigtdienst lächerlich zu machen, das musste in meiner Schule/Freizeit mit diesem Brustbeutel nicht auch noch sein, hab ihn dann irgendwann „verloren“ und auch keinen Neuen neuen mehr mit mir herum getragen, auch wenn meiner Mutter das immer ein ganz wichtiges Anliegen war.

    Das mit der Wurst war auch noch so eine Sache, wenn die Fleischverkäuferin mir als Kind beim Einkaufen mit meiner Mutter eine Wurstscheibe geben wollte, schritt meine Mutter schnell ein, sofern sie nicht genau über den Metzger bescheid wusste. Habe auch meine ganze Kindheit und Jungend über nie eine Currywurst gegessen, weil man ja nie wusste woher der Imbiss oder die Pommesbude ihre Ware bezog und ob da vielleicht Blut drin ist. Irgendwie schon ziemlich schräg, wenn man mal drüber nachdenkt. :-/

    • Jeremiah

      was habt ihr alle für Eltern gehabt…
      könnt ihr nicht selbst entscheidungen treffen….oder muss euch jemand sagen welchen Film ihr schauen dürft, welche Musik hören und welche Wurst essen…
      dann versteht ihr die Bibel und Paulus nicht…

  9. Tobi

    Alte Schwede.. Ich kann gar nicht nicht glauben, dass auch ich solch einen Kinderausweis getragen habe. Was war da nur los. ?? Man ging als Kind mit solch einer Selbstverständlichkeit an die Sache. Herr wirf Hirn vom Himmel.

  10. Gabriela

    Zeugen Jehovas nehmen kein Blut weil es in der Bibel steht das man sich des Blutes enthalten soll.Gott weiss wohl warum er das Gebot gegeben hat.Zu diesem Thema gibt es eine interessante
    Sendung betitelt böses Blut. (kann man auf ARD Mediathek ansehen).Die Folgen von Bluttransfusionen werden den Patienten verschwiegen.
    In dieser Sendung wurde von den Risiken der Bluttranfusion berichtet.Dazu gehören Thrombose,Lungenentzündung,Krebsmetastasen und andere
    erhebliche Nebenwirkungen.Mein Onkel hatte eine OP und ist dann an den schweren Nebenwirkungen der Transfusion gestorben und nicht an seiner Krankheit.Blut ist vor allem ein großes Geschäft.Die Leute spenden meist umsonst und dann wird das Blut pro Beutel für ca.400 Euro an die Klinik weiterverkauft.
    Heute gibt es gute alternativen zur Transfusion.Glaubt hier einer das Zeugen Jehovas nicht operiert werden?
    Teilweise sogar schwere OPs und das ohne Blut.

  11. Zwiefie

    Niemand behauptet, dass Blutransfusionen so trivial sind wie eine Kopfschmerztablette. Aber wenn ich einen schweren Unfall habe und ohne Bluttransfusion sterben müsste, dann würde ich lieber mit einer Bluttransfusion und all ihren möglichen (möglichen, nicht sicheren!!!) Folgen weiter leben. Wobei Krebs, oder sogar Tod durch Bluttransfusion ja wohl eher aus dem Bereich der Mythen kommt. Und eine heilbare Thrombose, oder was auch immer, ziehe ich jederzeit einem tatsächlichen, oder auch wahrscheinlichen unmittelbaren Tod vor ;>

  12. Niko W

    2012 ging ich zu den Ältesten nachdem ich als getaufter ZJ ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich vorehelichen Sex hatte und beichten wollte. Ich wollte als guter Christ meine Pflicht erfüllen. Nachdem ein Komitee einberufen wurde, wurde ich verbal auseinander genommen und wurde auch nach sexuellen Details teilweise befragt.
    Ich beantwortete bereitwillig und gutmütig alle Fragen. Ich wurde gebeten, den Raum zu verlassen damit das Komitee sich beraten konnte. Als ich nach 30 Minuten wieder eintrat, wurde mir ein Kuhhandel angeboten. Ich traute meine Ohren nicht. Ich solle einem Ausschluss zustimmen, sechs Monate die Versammlung besuchen, und schon wäre ich wieder „drin“. Ich War schockiert. Ich lehnte ab, und stammelte dass ich doch dass Richtige getan habe indem ich den ersten Schritt gemacht habe und mein Fehler von mir aus zugab. War Jesus nicht der liebevolle Messias der sogar einer Hure verzieh? Der Älteste schaute mich an und antwortete dass ich Einspruch gegen mein Ausschluss einlegen konnte, ich solle es mir aber genau überlegen ob ich den Schritt machen wollte. I Ch wollte. Ich legte Einspruch ein und vom Bethel wurde ein zweites, unabhängiges Komitee geschickt. Dieses Komitee verhörte mich sechs Monate lang, einmal die Woche. Ich wurde immer und immer wieder das Selbe gefragt. Zum Schluss befand mich das Komitee für unschuldig. Ich wurde NICHT ausgeschlossen. Den Ältesten wurde nahe gelegt, mich wie ein eigenen Sohn zu behandeln. Diese Ältesten behandelten mich wie die Pest. Ich wurde nicht gegrüßt, ich durfte aktiv keine Antworten geben.Mir wurde klar und deutlich das Gefühl gegeben dass ich unerwünscht bin. Irgendwann zermürbte mich dass so, dass ich inaktiv wurde. Drei Jahre lang besuchte ich keine Zusammenkunft. In dieser Zeit schaute kein Ältester vorbei, weder rief jemand an um zu fragen ob ich lebe. 2014 rief dann ein Ältester an um mir mitzuteilen dass ich die Verpflichtung habe, vor Ihnen zu erscheinen , damit Sie mit mir reden können. Ich stellte ihm eine Gegenfrage ob es Sie überhaupt interessiert hat wie es mir die letzten Jahre ging und ob ich als Mensch ein Wert habe. Er legte eine Pause ein, und sagte: „Ich muss dir leider mitteilen, dass wenn du dich weigerst mit uns zu reden, wir dich ausschließen müssen.“ Ich sagte ihm selbstbewusst dass es das Beste für beide Seiten sei.
    Ich War über 30 Jahre in dieser Versammlung und War als Mensch nichts wert.

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