Aus „Ich bin geistig krank“ wird INDUB.IO

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Das Projekt „Ich bin geistig krank“ endet – aber nur hier, an dieser Stelle. Es hat sich evolviert und wird woanders und größer fortgesetzt. Und zwar hier, auf

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Alles über das „warum“, das „wieso“ und das „wie geht’s weiter“ kannst du in diesem Beitrag nachlesen.

Operation: Flächenbrand

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In regelmäßigen Abständen klingelte bei uns das Telefon. Am anderen Ende war dann häufig ein Glaubensbruder oder eine Glaubensschwester mit bahnbrechenden Neuigkeiten.

Manchmal hatten wir Post im Briefkasten. Hin und wieder war im Umschlag ein Brief von einem Glaubensbruder oder einer Glaubensschwester, der von bahnbrechenden Neuigkeiten berichtete.

Nach dem Gespräch, oder nachdem meine Eltern den Brief gelesen hatten, erzählten sie uns Kindern davon. Manchmal war es eine spannende Erfahrung, die irgendwelche Glaubensgeschwister in irgendeinem Land irgendwo auf der Welt im Predigtdienst gemacht hatten. Hin und wieder war es das neue Buch, das im Sommer auf den Bezirkskongressen veröffentlicht werden sollte, was man natürlich für sich behalten sollte.

Oft, jedoch, war es etwas, das ein Mitglied der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas in einem Vortrag gesagt hatte. Manchmal hieß es „neues Licht“. Neues Licht ist die Wachtturm-Bezeichnung für etwas, was man in der Filmbranche retcon nennt, kurz für retroactive continuity, zu deutsch rückwirkende Kontinuität:

Retroactive continuity, or retcon for short, is the alteration of previously established facts in the continuity of a fictional work. There are various motivations for retconning. The changes may occur to accommodate sequels or derivative works, allowing newer authors or creators to revise the diegetic (in-story) history to include a course of events that would not have been possible in the story’s original continuity. Retcons allow for authors to reintroduce popular characters and resolve errors in chronology.

Rückwirkende Kontinuität ist also ein Prozess, bei dem bislang als unumstößliche Fakten geltende Tatsachen über den Haufen geworfen werden, um ein neues Verständnis unterzubringen oder bislang übersehene Unstimmigkeiten, gar Fehler auszumerzen.

Nun bin ich ja grundsätzlich der Meinung, dass ein Glaube, eine Religion open source sein sollte. Sie sollte aufgeschlossen sein, sich der Kontroverse und der konstruktiven Kritik öffnen, bereit sein für Neues, für Innovationen, für Entwicklungen und Strömungen. Mein Verständnis von Glaube ist der, dass er Trost und Halt bieten sollte. Fertig. Nicht mehr, nicht weniger. Glaube endet und Religion beginnt, wo der persönliche Glaube den persönlichen Raum verlässt und öffentlich wird. Die Glaubensfreiheit ist ein Grundrecht. Die Religionsfreiheit ist ein Privileg, dessen sich jede Religion regelmäßig als würdig erweisen muss. Eine Religion muss um die Gunst der Gesellschaft buhlen, nicht andersherum. Leidet eine Gesellschaft unter einer Religion so hat sie ihre Freiheit verwirkt.

Glaube im Allgemeinen und Religion im Speziellen ist aber seit Jahrtausenden ein Machtinstrument. Die Religion an sich hat ihren Ursprung und ihre Aufgabe vergessen oder sogar verleugnet, je nach handelnder Person. Von Entwicklung ist nur selten etwas zu spüren, was auch immer die Gründe sein mögen.

Man sollte also meinen, dass „neues Licht“ bei den Zeugen Jehovas etwas erfreuliches ist. Jedoch führt das „neue Licht“, die rückwirkende Kontinuität, nur selten zu Fortschritt. Es ist also mehr eine rückschrittliche Kontinuität, denn allzuoft ist das „neue Licht“ bloß das Abschaffen einer bisher als unverrückbar geltenden Tatsache.

In meiner Kindheit und Jugend war das „neue Licht“ häufig bloß irgendetwas Neues, das die Leitende Körperschaft zu bemängeln gefunden hatten: Irgendeine Musik, irgendeine Mode, irgendeine Frisur.

Vor ein paar Tagen postete ich einen Artikel über einen Vortrag von Anthony Morris III, Mitglied der Leitenden Körperschaft. In einem äußerst homophoben Ton verurteilte er Röhrenjeans als unchristlich. Röhrenjeans. Ja.

Die Leitende Körperschaft muss in ihren Publikationen gar nicht so oft eindeutige Verbote oder Empfehlungen aussprechen. Denn sie hat eine viel mächtigere Waffe. Die Mundpropaganda, das Stille-Post-Prinzip, das es unter den Zeugen Jehovas gibt. Ich nenne es die Operation Flächenbrand. Im Wachtturm vom 15. August 2012 liest man:

Der Jünger Jakobus verglich die Zunge mit einem Feuer. (Lies Jakobus 3:6-8.) Haben wir unsere Zunge nicht unter Kontrolle, könnten wir in der Versammlung einen „Flächenbrand“ auslösen.

Ich habe den Eindruck, wenn es dem Zwecke dient, wird von der Leitenden Körperschaft ein Flächenbrand gern in Kauf genommen. Schließlich kennt die Leitende Körperschaft ihre Schäfchen.

Wie eine solche Operation Flächenbrand aussehen könnte, möchte ich einmal anhand eines Beispiels vorführen:

Irgendwann in den 90ern klingelt bei uns Zuhause das Telefon. Ein Glaubensbruder, ebenso wie meine Eltern ehemaliger Missionar, ist dran. Er fragt meinen Vater, ob er schon von diesem einen Vortrag gehört hat. Mein Vater verneint. Der Glaubensbruder erzählt, dass ein Mitglied der Leitenden Körperschaft in einem Vortrag das neue Album X der Band Y verurteilt hat, weil auf dem Cover, wenn man es schräg hält, in ungünstigem Licht, das Gesicht Satans zu sehen sei. Der Redner, immerhin Mitglied der Leitenden Körperschaft und damit Teil des Treuen und Verständigen Sklaven, das Sprachrohr Gottes, auf Erden, habe vehement darauf hingewiesen, dass wahre Christen keine Musik dieser Band, die dummerweise gerade unglaublich populär ist, besitzen würden. Mein Vater gibt diese Information zunächst an meine Mutter, dann an uns Kinder weiter. Ich ärgere mich. Schließlich wollte ich mir eine CD dieser Band kaufen. Das kann ich jetzt knicken.

Ich weiß aber, dass ein anderer Jugendlicher in der Versammlung besagte CD besitzt. Zwar steht nirgendwo etwas offizielles und Musik ist in der Regel Gegenstand einer persönlichen Entscheidung; aber die Leitende Körperschaft hat gesprochen und ich will nicht der einzige Leidtragende in der Versammlung sein. Also erzähle ich in der nächsten Zusammenkunft von der Ansprache. Mein Kumpel will es mir nicht glauben, muss aber am nächsten Tag die CD wegwerfen, weil meine Eltern nach der Zusammenkunft mit anderen Mitgliedern unserer Versammlung, unter anderem seinen Eltern, über die Ansprache gesprochen haben. Spätestens beim nächsten Kongress ist eine Empfehlung, die wir nur vom Hörensagen kannten, fester Bestandteil der Zeugen Jehovas Folklore. Mehr als das: Diese Empfehlung eines einzelnen Mitglieds der Leitenden Körperschaft ist jetzt eine Regeln. Andere Zeugen Jehovas, die diese Regel nicht befolgen, werden mit Argwohn betrachtet. Womöglich werden sie als schlechte Gesellschaft gebrandmarkt und landen eine Zeit im sozialen Abseits. Jugendliche, die bislang kein schlechtes Gewissen hatten, hören nur noch mit schlechtem Gewissen eine Musik, die aufgrund der Ansprache eines Mitglieds der Leitenden Körperschaft jetzt auf der Blacklist der Zeugen Jehovas steht.

Klingt verrückt, habe ich aber so und ähnlich immer wieder persönlich erlebt. Eine Mehrheit der Zeugen Jehovas nimmt alles, was die Leitende Körperschaft sagt, für bare Münze und hält sich dran.

Und man kann davon ausgehen, dass in nächster Zeit eine Menge Röhrenjeans im Müll landen werden. Denn wie heißt es so schön im Wachtturm vom 15. November über die Anweisungen vom Treuen und Verständigen Sklaven:

Wir alle müssen bereit sein, jede Anweisung zu befolgen, ob sie nun vom strategischen oder menschlichen Standpunkt aus vernünftig erscheint oder nicht.

Studie: Menschen sind Kreativität gegenüber voreingenommen

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Einer amerikanischen Studie zufolge (pdf ansehen) pflegen Menschen Vorurteile gegenüber Kreativität und kreativen Ideen. Sie legt den Schluss nahe, dass nicht die Aufgeschlossenheit einer Gesellschaft ihre Entwicklung bedingt und zulässt, sondern der Grad der Verunsicherung.

In der Zusammenfassung der Studie heißt es:

People often reject creative ideas even when espousing creativity as a desired goal. To explain this paradox, we propose that people can hold a bias against creativity that is not necessarily overt, and which is activated when people experience a motivation to reduce uncertainty. In two studies, we measure and manipulate uncertainty using different methods including: discrete uncertainty feelings, and an uncertainty reduction prime. The results of both studies demonstrated a negative bias toward creativity (relative to practicality) when participants experienced uncertainty. Furthermore, the bias against creativity interfered with participants’ ability to recognize a creative idea. These results reveal a concealed barrier that creative actors may face as they attempt to gain acceptance for their novel ideas.

Deutsche Zusammenfassung des Abrisses: Obwohl Kreativität grundsätzlich erwünscht ist, lehnen viele Menschen kreative Ideen ab. Die Studie ergab ein negatives Vorurteil gegenüber Kreativität wenn sie mit Ungewissheit / Unsicherheit einherging. Ferner fiel es ihnen schwer eine kreative Idee überhaupt wahrzunehmen. Diese Ergebnisse offenbaren den Widerstand, auf den Kreative treffen, wenn sie um Akzeptanz für ihre neuen Ideen werben.

In einem Artikel auf Slate gibt ein Forscher der University of California-Berkeley Business School an, dass die meisten Menschen risikoscheu sind. Er bezeichnet sie als „Zufriedensteller“. Es gebe in der westlichen Kultur einen Konformitätsdruck, der dazu führt, dass jene Zufriedensteller Aufregung vermeiden, selbst wenn es bedeutet, die Wahrheit zu verleugnen oder eine gute Idee abzulehnen.

Ich werde mir diese Studie anschauen und nach einer Korrelation zwischen der Abneigung von Kreativität und die Schwierigkeiten, die Gesellschaften haben, Entwicklung und Veränderung zum Guten zuzulassen. Und schaut man sich die Studie genauer an, hat man eine leise Ahnung, wie es zum Entstehen von Religionen kommen konnte: Egal, wie aufgeschlossen Menschen sind, fühlen sie sich verunsichert, neigen sie dazu, Kreativität in einem negativen Licht zu sehen.

Our results show that regardless of how open minded people are, when they feel motivated to reduce uncertainty either because they have an immediate goal of reducing uncertainty, or feel uncertain generally, this may bring negative associations with creativity to mind which result in lower evaluations of a creative idea. Our findings imply a deep irony. Prior research shows that uncertainty spurs the search for and generation of creative ideas (Audia & Goncalo, 2007; Tiedens & Linton, 2001), yet our findings reveal that uncertainty also makes us less able to recognize creativity, perhaps when we need it most.

Artikelbild: Fey Ilyas via Compfight cc

Bill Maher und das Evangelium des Nichtwissens

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Je nachdem, wen man fragt, ist Bill Maher entweder eine der Speerspitzen der globalen Atheismusbewegung oder ein ein sexistischer Spinner. Leider lassen viele seiner Zitate darauf schließen, dass die Wahrheit anscheinend irgendwo in der Mitte liegt. Deshalb bin ich immer etwas hin und hergerissen, wenn es um ihn geht.

Nichtsdestotrotz: Ohne seinen fragwürdigen Charakter auszublenden, lässt sich dennoch nicht leugnen, dass an seinem Zitat aus dem Interview mit The Atlantic eine Menge dran ist. In Bezug auf den beliebten Non Sequitur-Fehlschluss religiöser Menschen hinsichtlich der Existenz Gottes – nämlich: dass es einen Gott geben muss, weil Atheisten nicht das Gegenteil beweisen können –, sagt Bill Maher:

As far as the question of how do we know? No, we don’t know. Am I a billion percent sure? Nobody is a billion percent sure of anything. (…) So you know we don’t know the answers but the answer to that is not to make up stories. If you don’t know something, just say, I don’t know. That’s your gospel right there. The gospel of “I don’t know.”

Übersetzt in etwa:

Wissen wir über das „wie“ Bescheid? Nein. Bin ich mir eine Milliarden Prozent sicher? Niemand ist sich eine Milliarden Prozent sicher. Also wissen wir, dass wir die Antwort nicht kennen, aber mit Sicherheit besteht die Antwort nicht darin, sich Geschichten auszudenken. Wenn du etwas nicht sagst, gib es einfach zu. Da hast du dein Evangelium. Das Evangelium des Nichtwissens.

Man stelle sich vor, ein Schulkind würde die Antwort auf eine Matheaufgabe nicht kennen. Stattdessen zeichnet es ein Einhorn. Das, im Prinzip, ist die Schöpfungsgeschichte. Eine willkürliche Antwort auf Fragen, deren Antworten wir (noch) nicht belegen können.

Religionen würde mehr Demut und das Eingeständnis des Nichtwissens gut zu Gesicht stehen. In der Geschichte der Menschheit war es zumeist die Religion / die Kirche, die den Fortschritt aufhalten wollte. Natürlich gibt es auch dogmatische, unbelehrbare Wissenschaftler. Aber im Großen und Ganzen betrachtet, besteht der Unterschied zwischen Religion und Wissenschaft in ihren Prämissen: Religion sagt „Ich weiß es“. Wissenschaft sagt „Ich weiß es nicht“. Und forscht weiter. Um bei umstrittenen Quellen zu bleiben: Eckart von Hirschhausen sagt richtigerweise:

Die Wissenschaft ist der aktuelle Stand des Irrtums.

Nicht umsonst kennt man in der Wissenschaft das Prinzip des Peer Review. Wohingegen sich die Bibel aus sich selbst heraus legitimiert, was mindestens fragwürdig ist. Als kritischer Mensch würde ich mir hinsichtlich der Bibel mehr „peer review“ wünschen. Was meinst du?

Artikelbild: Question Mark in EsbjergAlexander Henning DrachmannBestimmte Rechte vorbehalten

Röhrenjeans sind Teil einer weltweiten homosexuellen Verschwörung, sagt Mitglied der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas

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Zu meiner ohnehin schon langen Liste an Verfehlungen, die ich aus Sicht der Zeugen Jehovas begangen habe, gesellt sich jetzt anscheinend das Tragen von “tight Pants” – oder Röhrenjeans, wie sie auch heißen. Mehr dazu auf meiner Homepage:

Röhrenjeans sind Teil einer weltweiten homosexuellen Verschwörung, sagt ein Mitglied der Leitenden Körperschaft der Zeugen Jehovas bei einer Ansprache in Rom.

Zeugen Jehovas deuten an, dass die Möglichkeit besteht, dass Harmagedon unter Umständen noch dieses Jahr kommen könnte. Wieder mal.

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Es sind bloß zwei Zeilen im internen monatlichen Memo Unser Königreichsdienst vom März 2014 – aber sie dürften aufmerksame Zeugen Jehovas in Wallung bringen. Denn sie deuten an, dass Harmagedon aus Sicht der Wachtturm-Gesellschaft noch dieses Jahr kommen könnte.

Im Königreichsdienst liest man auf Seite 2 in der Ankündigung für das Gedächtnismahl der Zeugen Jehovas am 14. April:

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Übersetzt lautet die Passage auf deutsch: „Wird dieses Gedächtnismahl unser letztes sein? Wir wissen es nicht.“ Im aufgeführten Bibelvers im 1. Korintherbrief 11:26 liest man:

26 Denn sooft ihr dieses Brot eßt und diesen Becher trinkt, verkündigt ihr immer wieder den Tod des Herrn, bis er gekommen ist.

Was passieren soll, wenn der Herr kommt, ist klar. Im Königreichsdienst sagt die Wachtturm-Gesellschaft, dass sie nicht wissen, ob es das letzte Gedächtnismahl sein wird. Logisch. Der Knackpunkt:

Es gibt überhaupt keinen Grund, diese rhetorische Frage zu stellen und zu erwähnen, dass man nicht weiß, ob dieses Gedächtnismahl das letzte sein wird.

Alles, was die Wachtturm-Gesellschaft damit erreicht ist, dass die wildesten Spekulationen aufblühen werden. Es wird Panik geschürt, es werden unter Umständen Menschen, die ihr ganzes Leben diesem Glauben gewidmet haben, falsche Hoffnungen gemacht. Und das in dem Jahr, in dem sich der Anfang der Endzeit zum 100. Mal jährt. Ironie: Noch vor ein paar Monaten wies die Wachtturm-Gesellschaft ihre Jünger an, das Spekulieren zu unterlassen. Glaubensgeschwister, die über das Ende spekulierten, wären gar „falsche Apostel“ (eine milde Form der Abtrünnigkeit, wie jwsurvey.org kommentiert). Die Frage muss erlaubt sein, ob sich die Leitende Körperschaft der Zeugen Jehovas mit diesen Zeilen nicht selbst zum falschen Apostel macht, vor dem sie warnen.

Dass die Wachtturm-Gesellschaft mit diesen zwei Zeilen subtil impliziert, dass Harmagedon in diesem Jahr möglich ist, ist bemerkenswert. Nicht nur nimmt sie damit einen neuerlichen Hype bewusst in Kauf; meines Wissens ist das seitens der Zeugen Jehovas seit Jahren die konkreteste Äußerung zum möglichen Zeitpunkt Harmagedons.

Jeder kennt die Fabel vom Hirtenjungen und dem Wolf. Die Kurzfassung:

Die Hauptperson der Fabel ist ein Hirtenjunge, der aus Langeweile laut „Wolf!“ brüllt. Als ihm daraufhin Dorfbewohner aus der Nähe zu Hilfe eilen, finden sie heraus, dass falscher Alarm gegeben wurde und sie ihre Zeit verschwendet haben. Als der Junge kurz darauf wirklich dem Wolf begegnet, nehmen die Dorfbewohner die Hilferufe nicht mehr ernst und der Wolf frisst die ganze Herde (und in manchen Versionen auch den Jungen).

Seit ihren Anfängen brüllt die Wachtturm-Gesellschaft immer wieder „Wolf!“ bzw. Harmagedon. Zuletzt 1925 und 1975. Immer wieder vertrauten treue Mitglieder auf die Mahnungen der Wachtturm-Gesellschaft, verkauften teilweise Hab und Gut, gaben alles auf für die Zeugen Jehovas. Natürlich kam Harmagedon nicht und die Gläubigen guckten dumm aus der Wäsche.

Sollten diese verantwortungslosen Zeilen Spekulationen innerhalb der Organisation auslösen, darf sich die Wachtturm-Gesellschaft nicht wundern. Der Hirtenjunge hat nicht dazugelernt. Gut, natürlich wissen wir nicht mit letzter Sicherheit, ob die eingangs erwähnten Zeilen genau so gemeint waren. Mir fallen so gut wie keine anderen Gründe ein. Was wir jedoch wissen: Den Wolf gibt es nicht. Er wird nicht kommen. Egal, wie lange der Hirtenjunge „Wolf!“ brüllt.

Misha Anouk bei Twitter, Ich bin geistig krank bei Facebook.

Vorschaubildnachweis: Against all Odds

3 Wahrheiten über Zeugen Jehovas

Video

Glauben Zeugen Jehovas, dass sie die einzig wahre Religion sind? Dürfen Frauen bei den Zeugen Jehovas Pfarrer sein? Warum meinen Zeugen Jehovas, dass Jesus Christus nicht am Kreuz gestorben ist?

3 Fragen – 3 Antworten. #3WÜZJ – Der Zeugen Jehovas-Faktencheck.

Hier geht es zum Video bei YouTube.